Beispiele von falsch gestochenen Piercings und Kompl.

Piercings können auch schiefgehen. Wir haben viele schlechte Piercings gesehen, die z.T. grotesk falsch gestochen wurden, aufgrund der falschen Stichlage nie heilen konnten, wie auch richtig gestochene Piercings, die ohne weiteren Grund zu Komplikationen geführt haben. Ein Teil davon haben wir fotographiert. Die gezeigten Beispiele der falsch gestochenen Piercings sind NICHT von uns, sondern wurden in andern Studios gestochen.

Der häufigste Grund, warum es Probleme beim Heilen oder ständige Entzündungen auch nach langem Zuwarten gibt, sind falsch gestochene Piercings.
Die Stichkanäle sind nicht dort, wo sie sein sollten. Das Gewebe kann sich somit nicht beruhigen, bei mechanischer Unruhe versucht der Körper die Teile „auszustossen“.

Wir haben viele schlecht gestochene Piercings gesehen von anderen Studios, nicht nur irgendwo aus dem Urlaub, sondern auch aus Basel. Unter den sog. Piercern gibt es viele Leute, die in Wirklichkeit wenig davon verstehen. Nach einem Wochenendkurs und nachdem sie ein paar Kolleginnen gepierct haben, meinen sie, sie seien Profipiercer.
Das Risiko, dass das Teil schlecht gestochen ist bei 50-Fr.-Lockangeboten, ist hoch.

Weitere Gründe sind die Verwendung von falschen Pflegemitteln. Merfen ist einer der Hauptsünder. Eine langdauernde Desinfektion mit Merfen führt zu einer toxischen Kontaktentzündung durch das Mittel selbst, das Piercing heilt nie und sieht schlimm aus.

Auch Piercings, die richtig gestochen wurden (also auch solche von uns), können Probleme machen, wenn sich ein Infekt einnistet. Zum Glück aber selten.
Piercings, die an mechanisch beanspruchten Stellen sind, machen meistens auch Probleme. Mein Lieblings-Unding ist der Dermal an der Hand zw. Daumen und Zeigfinger. Wir warnen explizit, aber es nützt nichts…wenn Frauen sich etwas in den Kopf gesetzt haben, muss es sein…

 

Falsch gestochene Piercings:

 

Nippel:

Nippelpiercings von andern Studios. Klassisch falsch: zu tief, zu hoch, etc. Insbesondere zu tief gestochene Piercings, die durch den Warzenhof gehen, heilen nie richtig ab. Zu hoch gestochene Piercings irgendwo durch den Nippel wachsen gerne heraus. Letztes Bild nach Herausnehmen eines schief gestochenen Piercings.

 

Nasenseptum:

Nasenseptum richtig stechen ist rel. anspruchsvoll.  Hier ein Beispiel, wie das Piercing zu tief und zu weit unten gesetzt wurde – durch den dicken knorpeligen Teil. Heilt ewig nicht, lässt sich nicht hochklappen zum verstecken. Im zweiten Bild wurde das Piercing exzentrisch schief eingesetzt, wirkt optisch ganz schlecht. Wir setzen die Nasensepten immer so, dass sie durch den dünnen, nicht knorpeligen Teil des Nasescheidewand gehen, , dass der Stichkanal in beiden Ebenen zum Gesicht stimmt, und dass sich die Ringe hochklappen lassen, wenn man sie verstecken möchte.

 

Tragus:

Ein Beispiel von einem Tragus Piercing, wo man noch die Stichstelle sieht: viel zu weit aussen und  schlecht gestochen. Bereits angezeichnet die neue Stichstelle von uns mit dem schwarzen Punkt.

 

Lippenbändchen

Oft gesehener Fehler: zu hoch gestochenes Lippenbändchen-Piercing , das Piercing liegt dann mehr im „Zahnfleisch“ als im Lippenband.

 

Zunge:

Schräg gestochene Zunge. Zungen gerade stechen ist nicht so einfach. Man braucht viel Erfahrung, um sie gerade zu stechen.

 

Bauchnabel:

Beispiel eines vernarbten Bauchnabels, wo ein erstes Bauchnabelpiercing viel zu wenig tief gestochen wurde (klassischer Fehler vieler Piercer), das Piercing innert 6 Monaten rausgewachsen ist, und eine hässliche Narbe hinterlassen hat. Hier möchte die Kundin trotzdem ein neues , die Markierungen zum Stechen sind schon vorhanden.

 

PA (Prince Albert):

Weiteres Beispiel von grob falsch gestochenen Piercings von Dilettanten-Piercern aus andern Studios: Kommen unten irgendwo in der Mitte der Eichel raus. Unterer Stichpunkt völlig falsch! Piercing-Ring zu dünn und falsch!  Hier muss von Anfang an ein dicker Ring rein. Wir starten mit 3mm.

 

Komplikationen:

 

Wildes Fleisch:

Hier Beispiele von Ohrpiercings, wo die Leute in diesen Fällen dicke Wucherungen entwickelt haben. Ohrknorpel ist dafür rel . heikel. Auch hier sollten sich diese Knötchen nach vollständiger Abheilung und Beruhigung zurückbilden. Oder wir können sie wegmachen.

Hier das Beispiel eines Bauchnabel mit überschiessender Wundheilung (Wildes Fleisch), meistens an der unteren Stichstelle. Im allgemeinen gehen diese Knötchen im weiteren Verlauf der Helung von selbst zurück.
In diesem Fall wurde irgendwo gekaufter, minderwertiger Schmuck eingesetzt, der Metall freigesetzt hat, und zur Entzündung und grauen Verfärbung des Knötchens geführt hat. Diese Knötchen können wir wegmachen, wenn sie nicht von alleine verschwinden.

 

Herauswachsen:

Ein Problem von Surface Bars, wie sie am Ohr, Decollete, Nacken, oder am Ohr eingesetzt werden: Diese haben manchmal die Tendenz herauszuwachsen. Falls das geschieht, vorher rausnehmen, bevor die Haut durchbricht wie in diesem Falle! Das gibt hässliche Narben, beim vorher rausnehmen können diese vermieden werden.

Microdermal Komplikationen 1:

Microdermals sind Piercings, die eine höhere Kompikationsrate haben als andere. Sie haben nur einen Ausgang aus der Haut, anstatt zwei wie bei andern Piercings.
Nebenstehend ein entzündeter Dermal, mit einer Eiterbeule darunter. Soweit sollte man es nicht kommen lassen, vorher zu uns kommen! In einem frühen Entzündungstadium können wir die Dinger meist noch retten.
Diesen  Dermal  habe ich rausgenommen und den Abszess aufgeschnitten.

 

Microdermal Komplikationen 2:

Hier ein Dermal, der schon weit aus der Haut schaut. Folge eines Hängenbleibens, oder auch einer chron. Entzündung, wo der Dermal vom Körper nach aussen befördert wird und herauswächst. Nicht mehr zu retten, wurde rausgenommen. Nach Abheilung und Beruhigung der Stelle haben wir dort nach 6 Wochen ein neues Dermal eingesetzt mit gutem Resultat.